Tanz der toten Seelen
Originaltitel: Carnival of Souls
Tanz der toten Seelen (Carnival of Souls) ist ein Low-Budget-Film aus dem Jahre 1962, der von Herk Harvey gedreht wurde. Der Handlungsablauf ist einer Geschichte von Ambrose Bierce mit dem Titel Zwischenfall auf der Eulenfluß-Brücke entlehnt.
Harvey drehte fast nur Kurzfilme, von denen viele als Bildungsmaterial eingesetzt wurden, während Tanz der toten Seelen sein einziger Langfilm war. Zu seiner Zeit wenig erfolgreich, gilt der für nur 30.000 US-Dollar gedrehte Psychothriller heute als Filmklassiker, der sowohl in die Criterion Collection aufgenommen, als auch vom British Film Institute empfohlen wurde.
Artikel
Tanz der toten Seelen (Carnival of Souls) ist ein Low-Budget-Film aus dem Jahre 1962, der von Herk Harvey gedreht wurde. Der Handlungsablauf ist einer Geschichte von Ambrose Bierce mit dem Titel Zwischenfall auf der Eulenfluß-Brücke entlehnt.
Harvey drehte fast nur Kurzfilme, von denen viele als Bildungsmaterial eingesetzt wurden, während Tanz der toten Seelen sein einziger Langfilm war. Zu seiner Zeit wenig erfolgreich, gilt der für nur 30.000 US-Dollar gedrehte Psychothriller heute als Filmklassiker, der sowohl in die Criterion Collection aufgenommen, als auch vom British Film Institute empfohlen wurde.
== Handlung ==
Mary Henry, eine junge Organistin, überlebt auf geheimnisvolle Weise einen Autounfall, bei dem ihre zwei Freundinnen in einem Fluss ertrinken. Mary fährt nach Salt Lake City, wo sie eine neue Stelle als Organistin in einer Kirche angenommen hat. Als sie auf dem Weg dorthin an einem alten, verlassenen Rummelplatz vorbeifährt, erscheint ihr das erste Mal das Gesicht eines Mannes als Spiegelung im Fenster ihres Wagens. Die Erscheinung dieses Untoten (gespielt von Herk Harvey selbst) sucht sie von nun an immer wieder und mit wachsender Intensität heim.
In Salt Lake City nimmt sie sich ein Zimmer zur Untermiete und tritt ihre neue Stelle an. Aber durch ihre Visionen entfernt sie sich immer mehr von ihrer Umgebung, die ihr immer bedrohlicher erscheint. Zeitweise hat sie die Empfindung, für ihre Mitmenschen unsichtbar und unhörbar zu sein. Ein Arzt, der ihr helfen will, thematisiert die Möglichkeit eines traumatischen Schocks aufgrund des Unfalls und versucht darüber hinaus, einen Zusammenhang der erschreckenden Imagination mit der früheren Lebensgeschichte zu erfragen. Ihm erzählt sie, dass sie sich noch nie für die Geschicke anderer interessiert habe. In ihrer Not ist sie sogar bereit sich auf die Avancen des benachbarten Untermieters einzulassen – obwohl der alkoholisierte Lebemann, ihr im Grunde zuwider ist. Doch selbst ihr Nachbar scheint sich plötzlich in den Untoten zu verwandeln – und ergreift die Flucht, nachdem sie einen entsetzten Schrei ausgestoßen hat. Es ist niemand da, der sie versteht; nach und nach verliert sie den Anschluss an die reale Welt.
Immer wieder fühlt sie sich vom Pavillon des Rummelplatzes magisch angezogen. Sie sieht dort jene tanzenden Untoten, die auch nachts in ihren Visionen aus dem Wasser auftauchen und sie verfolgen. Plötzlich sieht sie sich selbst, wie sie mit dem Untoten, der ihr bereits so oft erschienen ist, tanzt. Am Ende kann sie den Toten, die sie von allen Seiten verfolgen, nicht mehr entrinnen.
An der Stelle, wo Mary zuletzt im Sand lag, werden am nächsten Tag Fußspuren gefunden, die nirgendwohin führen. Die Schlussszene zeigt, wie das Auto des anfänglichen Verkehrsunfalls aus dem Wasser geborgen wird. In dem Auto befinden sich die Leichen der drei Frauen – auch die von Mary.
== Bewertung und Kritiken ==
Auf der internationalen Plattform Rotten Tomatoes, fallen 87 Prozent der 67 Fachkritiken für „Carnival of Souls“ positiv aus.
Auf der Internet Movie Database wurde Tanz der toten Seelen über 30.000 bewertet und erreichte einen Durchschnitt von 7 von 10 möglichen Sternen.
Bei MUBI erreichte der Film, basierend auf über 6.200 Abstiummungen, in der Zuschauerbewertung sogar 7,8 von 10 möglichen Sternen (Stand: Februar 2026).
== Trivia ==
Das Script verfasste John Clifford, im Auftrag von Herk Harvey, dessen Idee dazu, von dem stillgelegten Freizeitpark im Saltair-Pavillon inspiriert wurde.
Der Film existiert in verschiedenen Schnittfassungen, die zwischen 78 und 84 Minuten lang sind.
Der Film wurde in nur drei Wochen in Lawrence und Salt Lake City gedreht.
Die Hauptdarstellerin Candace Hilligoss hatte bei Lee Strasberg einen Kurs in Method Acting besucht, die übrigen Darsteller waren größtenteils Amateure. Der Film enthält eine Reihe von Anschlussfehlern, die gemeinhin auf Harveys nicht vorhandene Erfahrung im Spielfilmbereich zurückgeführt werden.
Herk Harvey war ursprünglich ein Produzent von Schulungs- und Werbefilmen. Bei einem Aufenthalt in Salt Lake City war er von der Stimmung des verlassenen Saltair-Pavillon so beeindruckt, dass er zusammen mit John Clifford das Konzept zu einem Film auf der Geschichte von Ambrose Bierce entwickelte. Das rege Interesse an der DVD-Veröffentlichung erlebte der 1996 an Krebs Verstorbene nicht mehr.
Herk Harvey und John Clifford verzichteten auf ihre Gage, um Produktionskosten zu sparen.
Für den Schaden an der Brücke der Eingangssequenz musste Harvey 17 US-Dollar bezahlen.
Wahrscheinlich wurde Harvey durch zwei Episoden von Rod Serlings Twilight Zone zu Aspekten des Filmes inspiriert: In The Hitch-Hiker (Januar 1961) fährt ein junges blondes Mädchen von New York nach Kalifornien und wird von einem Anhalter verfolgt, der ständig wieder auftaucht, wenn sie ihn abgehängt wähnt. In Mirror Image (Februar 1961) geht es ebenfalls um ein blondes Mädchen, das überzeugt davon ist, dass eine Doppelgängerin aus dem Spiegel einer Busstation ihre Fahrkarte, ihr Gepäck und schließlich ihre gesamte Identität stiehlt.
In Deutschland wurde der Film erst in den 90er Jahren im Auftrag des ZDF synchronisiert. Die deutsche Premiere erfolgte während des Fantasy Filmfest 1991.
Wes Craven veröffentlichte 1998 ein lose auf dem Film basierendes Remake (Wes Craven's Carnival of Souls).
In dem Lied 13 Beaches auf Lana Del Reys Album Lust for Life (2017) ist eine Originalaufnahme des Films von Candace Hilligoss zu hören.
== Einfluss ==
Der Film floppte in den Autokinos und hatte somit nie eine weite Verbreitung. Seit den 80er Jahren wird er wieder in Programmkinos gezeigt und erfreut sich seitdem einer kleinen und ständig wachsenden Fangemeinde. Die Veröffentlichung auf DVD sorgte für eine zusätzliche Steigerung der Bekanntheit.
Die Regisseure George A. Romero (Die Nacht der lebenden Toten) und David Lynch haben den Film als wichtigen Einfluss auf ihr Werk benannt.
Claude Chabrols Film Alice ou la dernière fugue von 1976 variierte ebenso das Carnival of Souls-Motiv.
Die Kurzgeschichte Ein Vorfall an der Owl-Creek-Brücke von Ambrose Bierce war u. a. auch Vorlage für die Filme Jacob’s Ladder (USA, 1990) und The Sixth Sense (USA, 1999).
Elfriede Jelinek nahm Motive in ihren 1995 erschienenen Roman Die Kinder der Toten auf.
1998 präsentierte Wes Craven ein lose auf dem Film basierendes Remake unter dem Titel Wes Craven's Carnival of Souls, das als Direct-To-Video-Produktion auf den Markt kam.
Dem 2006 entstandenen Film Yella des deutschen Regisseurs Christian Petzold wurden viele inhaltliche und stilistische Ähnlichkeiten zu Tanz der toten Seelen attestiert.
== Literatur ==
Thomas Gaschler, Eckhard Vollmar: Interview mit Harold „Herk“ Harvey. In: HOWL Nr. 11, München 1991.
== Weblinks ==
Tanz der toten Seelen bei IMDb
Originalfilm auf publicdomainmovie.net
== Einzelnachweise ==
Quelle: Wikipedia
Handlung
Drei junge Frauen sind mit dem Auto in der Provinz von Kansas unterwegs. Ein Wettrennen mit einem anderen Wagen wird ihnen zum Verhängnis. Die Fahrt endet in der Tiefe eines Flusses. Während die Rettungskräfte alle Hoffnung aufgegeben haben, die Frauen lebend zu bergen, steigt Mary Henry als einziges der Unfallopfer Stunden später aus dem Wasser und irrt verwirrt in der Gegend herum. Jahre später übernimmt sie einen Job als Kirchenorganistin in Salt Lake City. Unterwegs dorthin entdeckt sie die Überreste eines alten Vergnügungsparks und beginnt zu halluzinieren - eine bizarre Erscheinung verfolgt sie...
Besetzung
| Darsteller | Rolle |
|---|---|
| Candace Hilligoss | Mary Henry |
| Herk Harvey | The Man |
| Sidney Berger | John Linden |
| Frances Feist | Mrs. Thomas |
| Art Ellison | Minister |
| Stan Levitt | Dr. Samuels |
| Tom McGinnis | Organ Factory Boss |
| Forbes Caldwell | Organ Factory Worker |
| Dan Palmquist | Gas Station Attendant |
| Bill de Jarnette | Mechanic |
| Steve Boozer | Chip the Man at Juke Box |
| Pamela Ballard | Dress Sales Lady |
| Larry Sneegas | Drag Racer |
| Cari Conboy | Lake Zombie |
| Karen Pyles | Dress Store Customer |
| T.C. Adams | Dancing Zombie |
| Sharon Scoville | Mary's Girlfriend |
| Mary Ann Harris | Mary's Girlfriend |
| Peter Schnitzler | A Walking Corpse |
| Bill Sollner | Lake Zombie |
| Reza Badiyi | Bus Ticket Customer (uncredited) |
| Ed Down | Man at Bridge (uncredited) |
| Wayne Shmille | Sheriff at Bridge (uncredited) |
Crew
| Funktion | Name |
|---|---|
| Director | Herk Harvey |
| Producer | Herk Harvey |
| Story | Herk Harvey |
| Writer | John Clifford |